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Gaspe die Hauptstadt & der sagenhafte Park Forillon

Nach der regenreichen aber dennoch angenehmen Fahrt, klart es kurz vor Gaspe auf und die Sonne empfängt mich in der hügeligen, bewaldeten Naturparklandschaft.

Es war gut die malerische  Küstenstrasse 132 weiter zu fahren, die Abkürzung wäre sicher nicht so schön gewesen.  Dann sehe ich, von einem der Hügel herunter kommend, mit einem Mal die weit ins Land hineinreichende Bucht, noch erkenne ich keine Details. Ein lange Brücke führt über das sumpfige Endstück der Bucht.  es dauert und dauert bis endlich die Stadt erreicht ist.

Ja wo ist sie denn, eine breite Kreuzung rechts einige Häuser, nah fahr Mal weiter das ist sicher erst der Beginn, denke ich. Doch hopppla, da geht es schon wieder heraus aus der Stadt. Es ist eine Stadt, die Hauptstadt der Region, doch für  meine Vorstellung mutet sie eher dörflich an.

Ein bisschen wie das Ende der Welt, so hat es Bernhard, der im letzten Jahr hier war, und mich  inspirierte dorthin zu fahren, ebenfalls empfunden.

Die Auberge la Merluche, liegt direkt an der Strasse neben anderen großen Hotels, zwei Häuser weiter das Kongresshotel, erstes Haus am Platze, gegenüber eine Zeile von kleinen Restaurants, dahinter das Meer, in der waldigen Gegend liegen die meisten Häuser dann weit verstreut.

Um 23:00h ist hier Ruhe, in der ganzen Stadt auch auf der Hauptstraße. Schlafen ist also kein Problem, das war es bisher aber an keinem Ort.

Am nächsten Morgen, gut ausgeschlafen, folge ich, bei strahlendem Sonnenschein, dem Vorschlag einer Belgierin, Charlotte, die hier arbeitet, in den Park Forillon zu fahren zum Wandern. Zu sehen ist er von Gaspe aus, liegt aber 30 Km auf der anderen Seite der Bucht.

Zunächst laufe ich die Wege bis zur Bucht, ein Abstieg zu einem Aussichtspunkt zu dem spitzen Felsen, der wie ein riesiger Schiffsbug aussieht, nehmen nur noch wenige. Dort tummeln sich einige Seehunde in den heran brausenden Atlantikwellen. Endlich zeigen sich mir auch einmal Meerestiere, sie sind so possierlich und treiben ein wildes Spiel mit eintauchen und wieder rausschauen aus den Fluten, dass es eine Freude ist. Lange verweile ich dort,  ja,  ja natürlich mit der Hoffnung auch nochmal einen Wal zu sehen, vielleicht etwas länger als nur 5 Sekunden Rückenflosse. Doch das soll wohl nicht sein

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Den Weg zurück nehme ich mutig durch den Wald, doch soviel Mut erfordert es grad nicht, denn dort sind um diese Nachmittagszeit viele unterwegs. Ich erfahre etwas von “Pork epik”, wie sich mit google herausfinden lässt handelt es sich dabei um ein Stachelschwein, das gesichtet worden ist.  Der Weg, den ich mit dieser netten französischen Familie gehe, führt wieder zum Waldrand mit  Sicht auf das Meer.

Und da werden plötzlich Wale gesichtet, der Junge der Familie hat sie zuerst entdeckt, nah endlich, denke ich. Doch nur 2.3 Mal für wenige Sekunden tauchen sie auf und wieder ab. Noch lange schaue ich ins wogende Meer, doch da tut sich nichts mehr.

An diesem Tag laufe ich insgesamt 17 Km, Mal in Gesellschaft, denn es sind viele auf den Wegen unterwegs bei dem unbeschreiblich schönen Sonnenschein und der Wärme,  aber auch lange Strecken alleine.

Gedankenverloren gehe ich als sich die meisten Leute auf den Heimweg begeben  haben, nochmal den unteren Weg nahe beim Meer, denn so leicht gebe ich nicht auf.

Um dann forschen Schrittes, die Sonne neigt sich langsam, den Weg zum Auto anzutreten. Doch der Weg ist rechts und links gesäumt von einem Buschwerk höher als ich sehen kann, zwischen Anfang und Ende des Weges gibt es keine Seitenwege, ich muss bis zum nächsten Ausgang.

Und ich komme um die kleine Kurve, die nicht weithin einsehbar war, da, da steht er dann                 ein ausgewachsener Schwarzbär,

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ich halte den Atem an,

 

 

 

 

 

 

 

 

das sind nur 5-6 Meter, und frisst gemächlich Gras am Rande des schmalen Wanderpfades, er dreht sich kurz zu mir,

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mir stockt der Atem, hab ich überhaupt geatmet dazwischen,

was tun schießt es mir durch den Kopfes, es  gibt keinen Ausweg aus diesem Weg, wegrennen Unsinn, oder !?

Es ist keine bedrohliche Situation, ich bedränge nicht, hahaha, das wäre noch schöner,  er bedrängt nicht, wir stehen da, schauen einander an, unbeschreiblich dieser Moment, dann, ohne jede Hast, wendet er sich völlig desinteressiert ab und geht langsam davon.

Fast bin ich enttäuscht, was das war es jetzt, leicht zitternd hab ich ein paar Foto’s gemacht, große Angst hatte ich keinen Moment.

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Langsam in Distanz gehe ich hinter ihm her, mehr Abstand lassend als der zu Beginn war. Was macht der da, frage ich mich, da wieder eine Kurve hinter der er verschwindet. Vorsichtig schleiche ich mich heran bis ich ihn wieder sehe, dann dreht er sich um  und nimmt Kurs auf mich zu. Er bestimmt was hier passiert, das wird mir blitzschnell klar.

Das ist dann doch zuviel, ich dreh mich um und renne so schnell ich kann zurück, zurück, zurück, sicher einen Km bis ich stehen bleibe und schaue. Weit und breit nichts mehr zu sehen.

Bald bin an der Stelle wo ich raus kann auf die Strasse, auf zum Auto, ich gehe nicht ich schwebe, diese Begegnung hat mich auf Wolke 7  katapultiert. Ein Gefühlsbad  zwischen berührt, erstaunt, begeistert, ängstlich und geadelt, das mir diese zuteil wurde.

Ich schwebe also in meinem Jetta zur Auberge, selig diese Momente nochmal und nochmal rewev passieren lassend.

Dann sehe ich Charlotte, sie schaut mich an und sagt: du hast einen Bären gesehen, nicht wahr! Da war ich schon wieder erstaunt, sie hat es mir angesehen.

Sie fragt ich erzähle, erst jetzt werde ich mir dieses Erlebnisses richtig bewusst.

Fast magisch zieht es mich am kommenden Tag dort wieder hin. Ganz früh ziehe ich los, sofort laufe ich wieder zur gleichen Stelle wo ich die Bärin am Tag vorher gesehen hatte. Dass es eine Bärin ohne Junges war, meinte Charlotte, die scheinbar ihre Erfahrungen hat. Natürlich ist dort nichts. Aber das Gefühl ist voll wieder da. Ich wandere dann auf den Berg, mit einem völlig neuen Sinn für diesen Wald und den Naturpark, dort verbirgt sich einiges. Vor jeder Kurve werde ich behutsamer, achtsamer, manchmal flöte ich, die Bären bekommen Mozarts kleine Nachtmusik zu Gehör gebracht. Etwas anderes fiel mir nicht.

Ich laufe wieder 15 km ohne nur ein einziges Wildtier zu sehen außer den wenig scheuen Eichhörnchen.

Meine Namensvettern, denn Monkos kommt aus dem ungarischen und bedeutet Eichhorn.

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Der Tag neigt sich, ein wenig enttäuscht steige ich ins Auto und fahre Richtung Gaspe, ganz langsam, es darf dort nie mehr als 50km gefahren werden, ist ja auch klar. Es die gleiche Zeit wie gestern als ich diese erste Bärenbegegnung hatte, 17:30h.

Na ja, sowas kann man nicht jeden Tag erwarten, denke ich und werde bescheiden.

Da  steht ein Auto an der Seite, 2 Leute schauen auf den Wiesenhang, da muss etwas zu sehen sein, ich steige aus . Sie zeigen mir ein Porc epic was fressend den Hang hinauf wackelt, sie bewegen sich merkwürdig diese Stachelschweine. Dort steht ein Schuppen, den Künstler nutzen, um herum muss es kommen, dort postiere ich mich mit den beiden Anderen. Da kommt es auch langsam heran und da einige Meter nach rechts ist noch eines, eines schwarze das andere braun. Fressend steuern sie auf einander zu.

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Da plötzlich kommen Leute aufgeregt den Hang herauf hinter mir, sie zeigen nach recht weiter hinten, das kommt ein großer Schwarzbär langsam aus  Waldesnähe auf die Wiese.

Wir stehen alle zusammen und schauen was er weiter tut . Er frisst , bewegt sich völlig entspannt ohne jede Hektik über die Wiese auf uns zu, frisst mal hie, mal da, schaut mal auf um wieder gemächlich  sein Tagewerk zu vollbringen, denn es ist bärenart den ganzen Tag auf Futtersuche zu sein. Er scheint diese Abendmahlzeit voll zu genießen, er ignoriert diese Herumstehenden einfach. Wir sind alle erstaunt über dieses Verhalten, ich höre es an den Ohh’s und Ahh’s  der Leute um mich., e sind so 6-7, zwei Kids dabei.

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Der Bär kommt ohne Hemmungen fressend näher und näher, es ist nicht zu fassen. Aber keinerlei Drohgebärde.

Und dann der Clou, er geht im Abstand von 3 -4 Metern, völlig cool, um die Gruppe herum daran vorbei um in einem Gebüsch zu verschwinden.

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Alle schauen mit offenem Mund hinter im her. Das ganze Schauspiel hat sicher fast10 Minuten gedauert

Es ist unglaublich, wenn ich das Zuhaus erzähl

e, das glaubt mir kein Mensch.

Ich steige ins Auto und setzte es langsam in Bewegung, wieder halb in Trance, zum Glück, denn da kommt er rechts aus dem Gebüsch und geht gemessenen Schrittes über die Strasse, 2 Meter vor meinem Auto. Das hätte schief gehen können.

Foto machen, das war zu knapp, ich musste bremsen.

 

…und was dann geschah ….hier eine kleine Vorschau

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4.232 Gedanken zu „Gaspe die Hauptstadt & der sagenhafte Park Forillon

  1. Schwarzbären !!! Absoluter Wahnsinn. Und ich hab Schiss, wenn ich an freilaufende Wildschweine im Wald auch nur denke!!! Da wär ich Starr vor Angst. Und wie schaffst Du das, auch noch Fotos zu machen??? Unglaublich!! Da wär ich auch high. So etwas vergisst man nie!!!

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