Kambodscha – Ankor wat, prachtvolle Tempel für alle Ewigkeit

DSC_1023

Phnom penh Kambodscha’s Hauptstadt

Kambodscha beginnt ein wenig holperig, nach der Leichtigkeit in Vietnam wo alles kein Problem war. Eigentlich ungewöhnlich für ein kommunistisches Land, so dachte ich schon nach den Erfahrungen der Einreise in China.

Nun geht es nach Phnom penh. Diese Stadt, ein sehr gemischte Atmosphäre, ist sie asiatisch, westlich oder doch irgendwas ganz Anderes?

Der Straßenverkehr noch bedrängender für Leute die gerne per pedes erkunden, als in anderen Großstädten Asiens. Auffällig viele großvolumige und großräumige Autos, vor allem SUV also Geländelimusinen, auf den Straßen. Die TucTucfahrer mit ihren  unablässig aufdrängenden Art  ihr Angebote unbedingt zu nutzen, deutlich nerviger  als in Thailand. Restaurant-und Nachtclubviertel noch offensichtlicher für das horizontale Gewerbe werbend als in Bangkok. Bettelnde Frauen mit Kindern und Kinder, nicht nur vereinzelt, erschütternd sichtbar, waren weder in Bangkok, schon gar nicht in Hanoi zu sehen. Der Unterschied arm zu reich ist hier prägnanter als irgendwo anders auf meiner Reise.

Später höre ich von Mitreisenden, dass Kinderprostitution hier quasi  bereits in den Familien geplant wird. So wie früher in christlicher Kultur, ein Mädchen oder Junge “für die Kirche”, sprich Priester oder Nonne, geplant war, so wird hier ein Mädchen an Menschenhändler eingeplant.  Der Versuch westlicher Vereine, die Familien mit Geld und Bildungsangeboten für die Mädchen, für  einen anderen Weg zu gewinnen, wurde vielfach angelehnt

Die Stimmung in dieser Stadt signalisierte bereits manch hinterfragenswertes, dies ist die Spitze.

Da ist das Billabong Hotel eine erholsame, Wohlfühloase mit seinem tropischen Garten und dem Pool darin. Ich bekomme ein schönes Zimmer, upgrade, zum Wohlfühlen in jeder Hinsicht.

DSC_0971

Der Königspalast das Monument was ich mir in dieser Stadt anschaue, neben den Straßenmärkten die den Weg säumen und, wie fast überall, interessantes zeigen. Zuckersaftgewinnung aus Zuckerrohr oder Herstellung von Fettgebäck auf der Straße.

DSC_0955   DSC_0963vDSC_0960

Das Palastgelände ist hochherrschaftlich, mit einer Silberpagode, deren Fußboden aus Silberplatten ist. Dieser ist jedoch größtenteils nicht zu sehen da er zum Schutz mit Teppichen abgedeckt wurde. Viele silberne Buddhafiguren in den Vitrinen rundum weisen auf eine ausgeprägte Silbertradition.

DSC_0977

Modell Ankor wat aus Holz im Königspalast

Mein Sinn ist schon sehr bald auf Siem reap und Ankor wat gerichtet. Die Aussicht diese legendären Bauwerke zu sehen, zu denen jährlich neue Forschungsergebnisse vorliegen, die die bisher geschriebene Geschichte wandeln und erneuern, steigert die Spannung.

Kambodschas gigantisches Weltkulturerbe,

vorsichtige Annäherung

Wiedermal eine Busfahrt gemeinsam mit Reisenden dieses Landes, in Richtung Siem Reap, Mittagessen an einer Raststelle, eine Art Halle an zwei Seiten offen mit Kochstelle, ist im Fahrpreis inkludiert. Das hatte ich noch nicht, nur die Verständigung ist nicht einfach, was von den angebotenen Speisen ist fleischlos, was ist drin, will ich das wirklich essen. Mit dem Zeigefinger wähle erkennbares aus, es schmeckt gut. Immer wieder abenteuerliches auch auf den Fahrten.

Siem Reap eine mittelgroße Stadt, Verkehr überschaubar erkunde ich gleich zwei Tage mit dem Fahrrad bevor ich mich morgens um 4h und einem geliehenen Mountainbike in einem TucTuc nach Ankor wat auf den Weg mache. Mit dem Fahrrad will ich die weitläufige Tempelstadt erkunden und völlig unabhängig von Tempel zu Tempel radeln. Sonnenaufgang in Ankor wat, die berühmten Türme direkt vor einem See, der die Gebäude spiegelt.                                                                                                       DSC_1009

3 Stunden sind so rasch vergangen nur dieses gigantische Heiligtum mit seinen unzähligen, symmetrischen Hallen, Höfen, Gängen, Skulpturen und steilen Treppenaufgängen zu den Türmen, in Augenschein zu nehmen. Bis heute ist dies die größte Tempelanlage die je erbaut wurde. Die quadratische Symmetrie, die der hinduistisch bedeutenden Zahl 4 folgt, bedeutet absolute Vollkommenheit, der höchste mittelere Turm Meru, verkörpert das Zentrum der Welt.

DSC_1013           DSC_1029         DSC_1031

 

DSC_1050

Um dieses Heiligtum herum eine, nicht nur als Wasserreservoir dienender 100m breiter Wassergraben, der nur an der Westseite überquert werden kann. Die Spiegelungen der Tempel im Wasser symbolisierten den Ur-Ozean. Die zahlreichen Figuren und Reliefs stellen Szenen aus der hinduistischen Mythologie dar.

DSC_1055  DSC_1053   DSC_1056

Zahlreiche Forscher verschiedener Ländern versuchen seit Jahrzehnten die Geheimnisse, zur Bedeutung, des zu dieser für die Zeit 9-15 Jahrhunderts architektonisch unvorstellbaren Bauten und Stadtanlage des mächtigen Khmer reiches, zu lüften. Hinduistische Elemente sind dem Gott Shiva, dem Zerstörer gewidmet und vom Volk der den Khmer unter König Suryamvarman II im 12. Jahrhundert in 37 Jahren Bauzeit errichtet.

Der Name Wat kommt aus buddhistischer Tradition, bedeutet Kloster, und erst mit der Hinwendung zum Buddhismus erhält der Tempel diesen Namen.

DSC_1071       DSC_1070                   DSC_1057

Im 13. Jahrhundert wandten sich die Khmer unter dem neuen Herrscher dem Buddhismus zu, davon geben spätere Tempel wie Ankor Thom Zeugnis.

DSC_1088   DSC_1094

Einige weitere, weniger gigantisch anmutende, Tempelanlagen befinden sich in diesem ca. 37 x 37 qkm großen Gebiet.

DSC_1106      DSC_1096       DSC_1099

Neueste Forschungen ergaben, dass es sich um eine Millionenstadt gehandelt haben muss, in der die Lebensräume der Bevölkerung aus einfachen Materialen wie Holz, Bambus und Palmen gebaut waren, die natürlich zerfallen sind. Denn aus religiösen Gründen durften nur Tempel und Königshäuser aus unverwüstlichem Stein gebaut werden, so sind auch nur diese, wenn auch teilweise nur rudimentär, erhalten. Denn die Natur hat über die Jahrhunderte manches wieder vereinnahmt. Tröstlich und schade zugleich.

DSC_1061   DSC_1062

Tempel und Stadt waren in Mitten eines vermeintlich undurchdringlichen Regenwaldes gebaut worden, was Rätsel bis heute aufgibt.

DSC_1152     DSC_1149

DSC_1146

Die Tempelanlage Ta Prohm zeigt wie sich die Natur im Laufe der Jahrhunderte der massiven Gebäude bemächtigt hat. Schön wie die riesigen Baumwurzeln, in fast liebevoller Geste, sich um die scheinbar unverwüstlichen, hohen Sandsteinquader schlingen.

 

DSC_1158

Andere Anlagen wurden aufwendig restauriert nachdem man sie vom -liebevoll- verschlingenden Urwald freigelegt hatte.

DSC_1155            DSC_1159           DSC_1163

Eine Hochkultur dieses Ausmaßes konnte sich entwickeln da König Suryamvarman II ein geniales Bewässerungssystem erfand, das dem Land jährlich höhere Reisernten bescherte,mehr Menschen sehr gut ernährt werden konnten und Überschüsse erwirtschaftet wurden. So wuchs die Bevölkerung rasch an, trieb Handel und kam zu Reichtum über Jahrhunderte, bis zu einem bis heute unerklärlichen Wandel des Klimas, der Regen blieb aus, die Felder konnten nicht mehr bewässert werden, Missernten und sinkende Erträge führten in der Folge zu Hunger und Armut und zum Untergang.

DSC_1165          DSC_1169           DSC_1173

Eine unbeschreibliche Faszination, eine besondere Form von Spiritualität geht von dieser Hochzeit zwischen Natur und Kultur aus. Naturmythologie und hinduistisch sowie

buddhistische Mythologien verbinden sich.

Ankor wat, so großartig es ist, doch Spiritualität hier zu empfinden fällt schwer. Ganz anders als in den Tempeln von Myanmar und Laos.

Das bis heute freigelegte zeigt die Gebäude, zur Lebensweise und anderen kulturellen Errungenschaften, wie Literatur, Musik, Kunst, außer der religiösen Ausrichtung, konnte bisher von Forschungsteams nicht vorgelegt werden.

Die Fahrradtour in diesem Gelände wird eine anstrengende Angelegenheit, so dass ich den Nachhauseweg nicht ganz schaffe. Ein Gefährt, eine Art Motorrad an dem man einen Anhänger festgezurrt hat und der hoch mit Säcken beladen ist, hält gerade um weiteres aufzuladen, mein Frage ob man mich samt Fahrrad mitnehmen kann ich die Stadt, wird auch ohne Sprache verstanden. Der Mann greift sich das Rad, packt es auf seine Säcke obendrauf und bindet es mit den Expandern fest. Seine Frau und auch helfen mit, ich setze mich neben die Frau auf ein Brett vor der Ladung und ab geht die Fahrt in die Stadt. Auf dem Weg gibt es noch einige belustige Blicke oder ein kurzer Kommentar, der das Paar zum Schmunzeln bringt dann erreichen wir die Stadt und ich werde mit Rad verabschiedet. Mein Obulus wird gern angenommen mit der hier üblichen Geste des Dankes, gefaltete Hände und Verbeugung. Auf gleiche Weise bedanke ich mich und bin heilfroh das alles sich so prima fügte.

In Siem Reap finde ich gleich mehrere vegetarische Restaurants, von bester Qualität wie ich bald herausfinde. Damit wird diese Stadt in mehrfacher Hinsicht zur Genussstadt.

DSC_0988  DSC_0990  DSC_1120   DSC_1219

_1219-e1496389568138-576x1024.jpg 576w" sizes="(max-width: 205px) 100vw, 205px" />

Mit diesem Tuc Tuc von Mr. Dan wäre ich gerne zum Flughafen gefahren worden, doch mir sind die kabodschanischen Kiep ausgegangen. Aber es hat sich einmal wieder genial gelöst, eine Mitfahrgelegenheit mit einem Kanadier, der ebenfalls zum Airport muss, ergibt sich als an der Rezeption, just im letzten Moment.

 

DSC_1124

Der Flug von Siem reap nach Denpasar bringt mich zur letzten Etappe meier Reise, zu den kleinen Sundainseln, was gibt es dort noch zu entdecken?

Noch ist die Lust zu entdecken reichlich vorhanden.

3.575 Gedanken zu „Kambodscha – Ankor wat, prachtvolle Tempel für alle Ewigkeit